Das Jahr 2025 neigt sich langsam dem Ende zu und Weihnachten steht vor der Tür. Nachdem die letzten Wochen beruflich etwas stressiger waren und ich noch reichlich Resturlaub habe, möchte ich die Zeit nutzen, um etwas in der Natur unterwegs zu sein.
Da das Wetter hier in der Gegend einigermaßen stabil ist und ich keine Lust auf eine Lange Anreise habe, steht für mich zum Abschluss des Jahres eine Wanderung in den nahegelegen Vogesen auf dem Program. Dort möchte ich den GR53 in Angriff nehmen.
Die Route
Die Große Vogesendurchquerung ist ein echter Klassiker unter den Fernwanderwegen in Ostfrankreich. Auf rund 430 Kilometern führt sie in 21 Etappen von Wissembourg im Norden bis nach Belfort im Süden. Die Route startet auf dem historischen GR53, welcher durch Burgen und Sandsteinruinen geprägt ist, wechselt später dann aber auf den GR5, der über alpine Hochflächen und die berühmte Route des Crêtes zu den höchsten Gipfeln der Vogesen (Hohneck, Grand Ballon) führt.
Da ich an Weihnachten zu Hause sein möchte und somit keine 21 Tage zur Verfügung habe, werde ich sicher nicht die ganze Strecke bis nach Belfort schaffen. Während ich im Sommer eventuell auf 14 Tage verkürzen könnte, wird mir das Tageslicht im Dezember keine langen Wandertage erlauben und somit möchte ich es von Begin an langsam angehen lassen. Zunächst plane ich nur bis nach Saverne zu wandern, wo der GR53 endet. Dort möchte ich spontan entscheiden, ob ich noch weitere Tage in den Vogesen verbringen möchte oder nicht.
Meinen Rucksack habe ich wie immer schnell gepackt und somit kann es endlich wieder losgehen.
Tag 1 – Wissembourg bis Burg Fleckenstein – Donnerstag 11.12.2025
19,3 km / H 740 m / R 400 m
Früh am Morgen klingelt mein Wecker und ich packe die letzten Sachen zusammen, bevor ich mich um 9:30 Uhr mit meinem Rucksack auf den Weg zur Bahn mache.
Von dort aus geht es mit dem Zug in knapp 2 Stunden über Karlsruhe und Winden nach Weißenburg in Frankreich. Hier kaufe ich noch in einem Supermarkt ein paar Kleinigkeiten ein und mache mich danach endlich auf den Weg.

Vom Bahnhof aus folge ich einem kleinen Weg am Wasser entlang.

Bereits nach kurzer Zeit verlasse ich die Stadt und es geht direkt leicht bergauf. Ich laufe bei gutem Wetter durch die ruhige Landschaft und bekomme schöne Ausblicke auf die Umgebung.


Nach knapp 2 Stunden mache ich eine erste Pause und esse ein Stück Baguette mit Salami.

Danach geht es weiter durch den Wald auf und ab. Die Laubbäume hier in der Gegend haben ihr Blattwerk bereits abgelegt und somit laufe ich durch eine schöne, rötliche Landschaft.

Außer mir sind anscheinend keine Wanderer unterwegs und außer Vogelgezwitscher und Wind ist nicht viel zu hören. Entspannt wandere ich durch den Wald. Ich komme an einer schönen Schutzhütte vorbei, die sich hervorragend zum Übernachten anbieten würde. Da ich aber noch einige Kilometer machen möchte und noch Wasser auffüllen muss, laufe ich bald weiter.


Nach einem längeren Abschnitt im Wald lasse ich die Bäume für kurze Zeit hinter mir und wandere bei Sonnenschein weiter.

Leider sind in allen Ortschaften dir Trinkwasserhäne im Winter abgestellt und die wenigen Geschäfte und Restaurants in den kleinen Ortschaften haben auch alle geschlossen. Somit kann ich mein Wasser nicht auffüllen und ich muss ohne weiterziehen.
Immerhin gibt es im nächsten Abschnitt im Wald einen kleinen Bachlauf. Schnell trinke ich meine letzten Reserven leer und fülle alles nochmals auf, um genügend Wasser für den Abend zu haben. Danach nimmt das Tageslicht leider bereits immer mehr ab. Auch wenn ich weiterhin ohne Stirnlampe unterwegs bin, suche ich langsam nach einem geeigneten Platz zum Nächtigen.

Eine Abzweigung zu einem bekannten Felsen in der Gegend verpasse ich im Halbdunkel, finde dafür aber kurze Zeit später einen Platz neben einem kleinen Holzlager, wo ich mein Zelt aufbauen kann. Ich setzte mich auf einige Bretter und koche mir mein Abendessen.

Danach verschwinde ich in mein Zelt und lese noch bis um 21 Uhr, bevor ich erschöpft schlafen gehe.
Tag 2 – Burg Fleckenstein bis Burg Windstein – Freitag 12.12.2025
21,3 km / H 940 m / R 920 m
Obwohl ich früh im Bett war, habe ich nicht wirklich viel geschlafen. Gegen 23 Uhr kam eine Wildschweinfamilie vorbei, die immer wieder zurückkehrte wodurch ich immer wieder aufgewacht bin.
Als ich am Morgen aufstehe, finde ich mich in dichtem Nebel wieder. Schnell packe ich meine Sachen zusammen und mache mich auf den Weg.
Eigentlich wollte ich mir die Burg Falkenstein anschauen, aber die ist noch geschlossen und von außen kann ich bei dem viele Nebel auch nicht viel sehen. Also gehe ich direkt weiter.

Es geht durch den Wald, in dem es durch den Nebel sehr ruhig ist und ich nichteinmal Vögel oder andere Tiere höre.

In der Stille wandere ich immer weiter.


Ich komme erneut an einer Ruine vorbei, bei der aber auch ein „Betreten verboten“-Schild steht, da sie anscheinend gerade renoviert wird. Trotzdem lege ich hier eine kurze Pause ein und frühstücke entspannt.

Nach einer warmen Tasse Kaffee, geht es dann wieder weiter durch die undurchsichtige Landschaft. Am Zigeunerfelsen steige ich zwar hinauf, werde aber auch hier heute nicht mit einer Aussicht belohnt.



Dafür sehr ich aber unten schön, wie der Nebel auf der sonnigen Seite des Felsen bereits aufgestiegen ist, auf der anderen aber noch wie vor in den Bäumen hängt.

Bei der Burgruine Wasigenstein, welche bereits die dritte Burg auf meiner heutigen Tour ist, habe ich mehr Erfolg. Endlich kann ich eine Burg besichtigen und von oben sehe ich sogar etwas in die Ferne.


Vor lauter Betrachten, vergesse ich Bilder von innen zu machen. Immerhin hier noch ein schönes Bild von oben auf die Umgebung davor.

Danach geht es weiter durch den Wald bergab.

Ich komme durch einen kleine Ort, der aber keine Läden zum Einkaufen hat. Immerhin gibt es einen funktionsfähigen Brunnen, wo ich mein Wasser auffüllen kann.

Direkt nach dem Ortsausgang geht es für mich auch schon wieder nach oben. Das Wetter wird langsam besser und als ich an einer Schutzhütte oben ankomme (welche sich auch sehr gut für eine Übernachtung eignen würde) , finde ich mich in Sonnenschein wieder.



Von einem kleinen Gipfel aus, sehe ich zum ersten Mal meine Strecke,.die ich heute zurückgelegt habe. In der Ferne sind die Burgen auf den markanten Sandsteinfelsen klar zu erkennen.

Es geht weiter auf und ab und ich komme erneut an einer Felsformation vorbei. Auch hier wäre ein interessanter Schlafplätze, aber da ich Mal wieder nichts zum Trinken habe, muss ich noch weiter.


Kurze Zeit später komme ich an der Burg Windstein vorbei, bei der ebenfalls ein guter Platz für mein Zelt frei ist.




Kurze schaue ich auf der Karte und sehe, dass am unteren Ende des Berges ein kleiner Bach durch den Ort fließt und es sogar ein Hotel mit Restaurant geben soll. Ich laufe ca. 10 Minuten den Berg hinab. Das Restaurant mit dem Hotel hat anscheinend noch geschlossen. Somit fülle ich mein Wasser am Bach auf, und mache mich auf den Weg zurück nach oben zur Burg.
Dort schlage ich um halb 5 mein Nachtlager auf. (Wie oft hat man schon die Möglichkeit in einer Burg zu Zelten? ;))

Gerade als ich damit fertig bin, kommen zwei Wanderfrauen vorbei, die vom Turm aus den Sonnenuntergang betrachten wollen. An meinem Zelt stören sie sich nicht und finden, dass ich einen guten Platz dafür gefunden habe. Witzigerweiße haben sowohl sie, als auch ich, den ganzen Tag sonst niemanden angetroffen. Als die Sonne hinter dem Berg verschwunden ist, machen sich die beiden auf den Weg nach Hause und ich koche mir mein Abendessen, um es bei der schönen Aussicht zu verspeisen.

Um halb 6 ist es dann bereits dunkel und ich verschwinde in mein Zelt um etwas zu lesen. Dabei hoffe ich, dass die Nacht etwas ruhiger wird als die letzte.


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