Nebel in den Vogesen

Tag 3 – Windsteing bis Untergal – Samstag 13.12.2025

20,6 km / H 870 m / R 790 m

Als ich am Morgen aufwache ist zwar mein ganzes Zelt nass und die Burg befindet sich wieder in dichtem Nebel, aber immerhin habe ich sehr gut geschlafen.

Ich packe schnell meine Sachen zusammen und mache mich direkt auf den Weg, da mir zu kalt ist um zu frühstücken.

Nach einigen Minuten schnellem Wandern, wird mir direkt warm. Es geht für mich am Morgen erneut durch Wälder, die durch den Nebel interessant aussehen.

Hier noch ein schönes Bild nach oben.

An einem Wanderheim, welches leider geschlossen hat, finde ich einen trockenen Platz, wo ich endlich frühstücken kann. Ich koche mir eine Tasse Kaffee, welche bei den Temperaturen besonders wohltuend ist. Dazu gibt es Baguette mit Salami.

Nach der Pause laufe ich weiter einen Berg hinauf und auf einmal klart der Himmel auf. Ich bekomme tatsächlich einen blauen Himmel zu Gesicht und die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut sind eine echte Wohltat.

Oben auf dem Berg steht ein Turm.

Schnellen Schrittes nehme ich die vielen Stufen auf mich und kann von oben auf die Wolkendecke blicken. Weiter hinten ist der Rheingraben zu erblicken, aber insgesamt kann ich nicht viel sehen. Da hier oben aber die Sonne scheint, bleibe ich einige Minuten stehen und genieße den Blick auf die Wolken. Dann steige ich wieder hinab und mache mich erneut auf den Weg hinunter ins Tal.

Leider bin ich bald schon wieder in dichtem Nebel unterwegs und somit war meine Schönwetterwanderung nur von kurzer Dauer. Erneut geht es längere Zeit durch den Wald hinab.

Gegen 12 Uhr erreichen ich Niederbronn. In einem Café lege ich eine Pause ein, trinke nochmals einen Kaffee und esse dazu einen leckeren Croissant. Dabei lade ich meine Powerbank auf und plane die nächsten Tage.

Nach der Pause, kaufe ich in einem Supermarkt Vorräte für die nächsten Tage ein und verpacke alles an einem Platz in der Stadtmitte, wo gerade die Geschäfte für den Weihnachtsmarkt aufgebaut werden. Am liebsten hätte ich mir noch eine Bratwurst und einen Glühwein geholt, aber leider haben die Stände noch geschlossen und somit verlasse ich die Stadt um 14 Uhr wieder.

Es geht direkt bergauf und ich komme an einer Burgruine vorbei. Danach flacht der Weg ab und es geht Recht entspannt weiter durch das dichte weiß.

Es ist immer wieder schön zu erkennen, wie der Nebel in einigen Bereichen herumhängt, direkt daneben aber überhaupt kein Nebel vorhanden ist. Im nächsten Bild ist das ganz gut zu erkennen und anhand des gelben Pfeils sieht man auch, wo ich natürlich lang durfte.

Nach zwei weiteren Stunden erreiche ich eine Schutzhütte im Wald, wo ich heute übernachten möchte. Das Nachtlager im Speicher ist leider auf beiden Seiten offen, wodurch ich bedenken habe, dass mein Schlafsack in der Nacht bei dem viele Nebel nass wird. Unten passt es mir auch nicht so Recht und somit baue ich direkt daneben mein noch feuchtes Zelt auf. Wirklich trocken wird es leider auch nicht mehr.

Immerhin habe ich einen trockenen Platz um mein Abendessen zu kochen. Ich setzte mich auf den Absatz der Hütte und esse dort zu Abend.

Um halb 6 lege ich mich dann in meinen wärmenden Schlafsäcke und verbringe den Rest des Abends mit lesen, bevor ich frühzeitig einschlafe.

Tag 4 – Ungertal bis La Petite-Pierre – Sonntag 14.12.2025

28,3 km / H 790 m / R 890 m

Die Nacht war wieder ziemlich kalt. Besonders vom Boden habe ich die Kälte gespürt, was mich daran erinnert, dass ich mir eine neue Isomatte kaufen sollte. Anscheinend ist sie mittlerweile doch sehr durchgelegen.

Am Morgen packe ich schnell alles zusammen und setzte mich wieder auf den Absatz der Hütte, um dort zu frühstücken.

Danach geht es für mich schon wieder los durch den Nebel. Die angekündigte Verbesserung des Wetters macht sich noch nicht spürbar und somit bin ich erneut in einer äußerst ruhigen, aber auf ihre Art sehr schönen Umgebung unterwegs.

Ich passiere eine weitere Ruine und komme im Tal an einem Dorf vorbei. Hier ist das Wetter besser und ich höre in der Ferne Laute rufe und Schüsse, die auf eine der zahlreichen Treibjagden hier in der Gegend hinweisen.

Unbeeindruckt wandere ich durch das Tal hindurch und steige auf der anderen Seite wieder den Berg hinauf.

Es geht für mich weiter durch den kleinen Ort Lichtenberg und später durch Wimenau hindurch.

Als ich Mal wieder in aller Seelenruhe durch den Wald spaziere, passiert auf einmal etwas vor mir. Im Gebüsch raschelt es und ich bleibe erstmal gespannt stehen. Wenige Sekunden später kreuzt eine ganze Großfamilie von Wildschweinen den Weg. Ich halte einen sicheren Abstand zu den Tieren und entweder bemerken sie mich nicht oder sie lassen sich von mir nicht beeindrucken. Immer mehr Tiere laufen langsam über den Weg und verschwinden auf der anderen Seite wieder im Wald.

Als sie alle weg sind warte ich noch ein paar Sekunden und mache mich dann langsam, aber mit einigen Lauten auf den Weg, damit die Tiere mich nicht nur riechen, sondern auch hören können.

Ansonsten passiert unterwegs relativ wenig. Besonders interessant finde ich lediglich, wie schön sich hier im Mischwald die Nadel- und Laubhölzer abwechseln. Manchmal laufe ich für 5 Minuten durch Nadelbäume hindurch und danach ist für einige Zeit nur noch Laub zu sehen.

Ich komme noch an der Ochsenhöle vorbei, welche sich sicher auch gut als Nachtlager eignen würde und insgesamt einen sehr interessanten Eindruck macht.

Danach geht es nochmals durch den kleinen Ort Eckartsweiler und auf einen letzten Abschnitt durch den Wald, bevor ich dann auch schon Lützelstein (La Petite-Pierre) erreiche.

Nach 4 Tagen in der Natur bei Nässe und Kälte, gönne ich mir hier heute eine Unterkunft und biege beim ersten Hotel direkt ab. Wie ich erfahre, gibt es am Sonntag anscheinend Rabatt für mich als Wanderer und mein Zimmer wird auch aufgewertet. Dazu hat das Hotel auch noch eine Sauna, wo von ich besonders angetan bin und somit buche ich mir direkt ein Zimmer. Nach einer ersten Dusche gehe ich direkt eine Runde Saunieren, was nach den letzten Tagen besonders gut tut. Danach schreibe ich etwas an meinem Blog und gehe in einem Restaurant im Ort noch Abendessen.

Danach gehe ich dann auch schon bald schlafen, um morgen bereits die letzte Etappe des GR53 anzugehen. Wie es danach weitergeht weiß ich bisher noch nicht und möchte ich spontan entscheiden.

Tag 5 -La Petite-Pierre bis Saverne – Montag 15.12.2025

21,5 km / H 510 m / R 660 m

Pünktlich um 7 Uhr wache ich auf und mache mich auf den Weg zum Frühstück. Während es draußen langsam heller wird, hole ich mir immer wieder etwas vom gut bestückten Buffet. Ich sitze über eine Stunde am Tisch, bevor ich dann auf mein Zimmer gehe, alles zusammenpacke und kurz vor 9 Uhr das Hotel verlasse.

Leider ist entgegen der Wettervorhersage auch heute nur Nebel zu sehen und dazu ist es erneut richtig kalt. Mit Handschuhen und Mütze spaziere ich also los und lasse den kleinen Ort bald hinter mir.

Die Natur wirkt auch heute wieder sehr ruhig und viel zu sehen gibt es auf den ersten Metern leider nicht. Bei einer Bank, bei der man normalerweiße sicher eine gute Aussicht hat, laufe ich einfach vorbei, da es mir zu kalt zum Sitzen ist und die Aussicht auch nicht gerade zum Verweilen einlädt.

Es geht weiter durch Wald und Wiesen und bald an einem kleinen See vorbei, auf dem einige Enten im Wasser umherschwimmen.

Bereits nach kurzer Zeit komme ich in Grauftal an. Dort ist nicht nur das Wetter besser, sondern ich bekomme auch die schönen Felswohnungen des Ortes zu Gesicht. Die blauen Häuser sind wunderbar in die Felsen integriert und passen sich somit an die Umgebung an. Das wirkt wirklich besonders schön und mal wieder frage ich mich was in der heutigen Architektur eigentlich falsch läuft, dass wir nur noch viereckige Häuser bauen die alle gleich aussehen anstatt solche Meisterwerke zu kreiren.

Nachdem ich die Häuser besichtigt habe, mache ich mich wieder auf den Weg aus dem Dorf hinauß und laufe schon bald wieder im Nebel auf matschigen Waldwegen durch die Landschaft.

Im Grunde passiert auch nicht mehr viel und bald überquere ich eine Autobahn was für mich bedeutet, dass ich schon bald an meinem Ziel in Saverne sein werde. Komischerweise ist genau an dieser Stelle ein blauer Himmel über mir, direkt danach aber wieder dichter Nebel.

Es folgt ein längerer Abstieg hinunter ins Tal.

Gegen 14 Uhr erreiche ich dann bereits die geschichtsträchtige Kleinstadt Saverne, welche mit vielen alten Fachwerkhäusern und einem schönen Kanal überzeugt.

Da das Wetter weiterhin nicht besonders gut ist und meine nasse Ausrüstung bei diesem Wetter auch nicht mehr trocken wird, entscheide ich mich dazu hier meine Tour zu beenden und die Rückreise anzutreten.

Mit dem Zug geht es für mich nach Straßburg und von dort aus mit dem TGV weiter nach Karlsruhe. Unterweges gibt es dann noch einen unplanmäßigen Zwischenhalt an der Grenze zu Deutschland, da die Bundespolizei eine Passkontrolle durchführt. Trotz dieser Verspätung komme ich ziemlich schnell wieder zu Hause an, wo ich dann erstmal eine warme Dusche nehme, meine Kleider wasche und etwas leckeres zu Abend esse.

Somit endet meine kleine Winterwanderung in den Vogesen. Nach meinem Start in Weißenburg, habe ich immerhin über 110 km in 5 Tagen zurückgelegt und das obwohl es pro Tag nur etwa 8 Stunden Tageslicht gab.

Auch wenn das Wetter sehr bescheiden war und ich somit die Landschaft nich in ihrer kompletten Pracht bestaunen konnte, war es für mich eine sehr schöne und äußerst entschleunigende Wanderung. Besonders die absolute Stille in den 5 Tagen wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben und im Gegensatz zum Vorweihnachtsstress, war es für mich eine sehr besinnliche Zeit, in der ich ausgiebige nachdenken und runterkommen konnte.

Ich hoffe, dass ich irgendwann nochmals zurückkehren und einige weitere Etappen laufen kann. Für dieses Jahr endet meine Wandersaison aber hiermit.

Immerhin konnte ich in den letzten Tagen noch einen weiteren Meilenstein feiern:
Seit meinem Aufbruch nach Santiago vor 2,5 Jahren, habe ich mittlerweile über 10.000 km auf meinen Wanderungen zurückgelegt, worüber ich tatsächlich ein bisschen stolz bin. Immerhin ist es schön zu sehen, wo man überall zu Fuß hinkommen kann und dass es garnicht so unrealistisch ist nach Spanien zu wandern, die USA zu Fuß zu durchqueren oder über die Alpen zu laufen. Mal schauen, wo mich meine Füße in den nächsten Jahren noch alles hintragen werde.

In diesem Sinne:
Frohe Weihachten an alle Leser, einen guten Rutsch und bis nächstes Jahr.

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